Nienover – Juli 2016

Antoniusfeuer und Veitstanz – Brot als Heilmittel

Am 23. und 24. Juli hatten wir die Gelegenheit, das rekonstruierte Mittelalterhaus Nienover der gleichnamigen Stadtwüstung zu beleben. Es wird angenommen, dass es sich bei dem Haus ursprünglich um eine Bäckerei gehandelt haben könnte, da ein – wenn auch relativ kleiner – Lehmbackofen im Rahmen der archäologischen Erschließung gefunden wurde.

Das mittelalterliche Brot war aufgrund des niedrigeren Preises für die einfache Bevölkerung zumeist Roggenbrot und ein experimentierfreudiger Mitstreiter war motiviert, auszuprobieren, ob und wie man in der Bäckerei ein Sauerteigbrot herstellen könnte. Der Prozess zog sich über das gesamte Wochenende und war beizeiten reichlich arbeitsintensiv.

Das Roggenbrot war im Mittelalter häufig durch einen Pilz, das sogenannte Mutterkorn kontaminiert. Dieses zog spezifische Vergiftungserscheinungen nach sich, die als Antoniusfeuer und Veitstanz (oder Tanzwut) bezeichnet werden.
Dies ist ein Aspekt, der im Rahmen des Living History relativ selten beachtet wird, aber ermöglichte, die Belebung sinnvoll mit einem der Schwerpunkte der Civitas medievalis zu kombinieren.
Dementsprechend war die Veranstaltung insbesondere am Sonntag recht gut besucht, so dass wir in Anbetracht der zu leistenden Erklärungen nicht nur wegen des schönen Wetters ins Schwitzen geraten sind.

 

IMG_5357