Die Adoleszenz

Die Adoleszenz oder „zweite Kindheit“ umfaßte die Zeit bis mindestens 14 Jahre, je nach Autor auch bis 21, 25, 28 oder 30 Jahren(1,2,3). Bei Schmid und Schipperges(2,3) findet sich eine weitere Unterteilung der Adoleszenz, in die Knaben- beziehungsweise Mädchenzeit, die pueritia, die bei Jungen mit 14 Jahren, bei Mädchen hingegen bereits mit 12 Jahren endete(5).
Das Alter von 12 Jahren war ein Schlüsselmoment im okzidentalen Europa, die Mädchen galten dann als volljährig, die Jungen erst mit 14 Jahren; seit dem XII. Jahrhundert konnten Jungen, die in ihrer Kindheit in ein Kloster gebracht wurden waren, sich im Alter von 12 Jahren gegen ein Leben im Konvent entscheiden und im Laientum konnten die Jungen Handel betreiben, ihnen war jedoch das Irrtumsrecht zugestanden und sie konnten ihre Entscheidungen im Alter von 14 Jahren, mit dem Erreichen der vollständigen Majorität, revidieren. Ab dem Zeitpunkt war es mit dem Spielen vorbei. Viele, auch der adeligen Mädchen, wurden im Alter von 12 Jahren verheiratet. Dies galt sicherlich nicht nur der Sorge um ihre Jungfernschaft(7), sondern ist vielleicht auch unter dem Gesichtspunkt zu sehen, dass sie in dem Haushalt aufwuchsen, den sie irgendwann in der Zukunft vorstehen sollten und ergo mit den dortigen Gegebenheiten vertraut waren. Es bleibt fraglich, ob Ehe wirklich immer zum Zeitpunkt der Trauung vollzogen wurde.